Das französische Sozialversicherungssystem Einführung

2016

Hier werden nur das allgemeine Versicherungssystem, die Arbeitslosenversicherung und die Zusatzrentenversicherungen für alle Arbeitnehmer des privaten Sektors behandelt.

Struktur

Das allgemeine Versicherungssystem gliedert sich in örtliche, regionale und nationale Organe der verschiedenen Versicherungsbereiche, die paritätisch verwaltet werden und unter der Aufsicht der zuständigen Ministerien stehen (Ministerium für soziale Angelegenheiten, Gesundheit und Rechte der Frauen, sowie Ministerium für Finanzen und öffentlicher Haushalt).

Finanzierung

Das allgemeine Sozialversicherungssystem wird hauptsächlich durch einkommensabhängige Beiträge und Abgaben finanziert. Die Beiträge und Abgaben machen rund 80% der Finanzierung des allgemeinen Sozialversicherungssystems aus. Die Beitragssätze werden auf gesamtstaatlicher Ebene festgelegt. Sie werden teils von den Arbeitnehmern, teils von den Arbeitgebern getragen. Die Beitragssätze und die Bemessungsgrenzen können aus der Tabelle im Anhang dieses Textes ersehen werden.

Das Sozialversicherungssystem wird auch durch bestimmte Steuerabgaben finanziert. Es handelt sich dabei um den Allgemeinen Sozialbeitrag (CSG) und den Beitrag zur Abtragung der Sozialversicherungsschulden (CRDS). Diese gehen zu Lasten der Arbeitnehmer. Sie werden auf Einkommen aus beruflicher Tätigkeit, auf Substitutionseinahmen, auf Einkommen aus dem Vermögen und aus Geldanlagen sowie auf Lotteriegewinne erhoben. Jeder, der seinen Steuersitz in Frankreich hat und in irgendeiner Form von einer französischen Pflichtkrankenkasse betreut wird, führt von seinem Erwerbs- bzw. Ersatzeinkommen den Allgemeinen Sozialbeitrag (CSG) (7,5%* für Erwerbs- und von 6,2% für Ersatzeinkommen) sowie den Beitrag zur Abtragung der Sozialversicherungsschulden (CRDS) in Höhe von 0,5% ab.

*Rentner, die eine französische Rente beziehen und ihren Steuersitz in Frankreich haben, zahlen den Allgemeinen Sozialbeitrag (CSG) in Höhe von 6,6% oder einen verminderten Satz: von 3,8%, wenn das steuerliche Referenzeinkommen unter 13 956 EURO liegt. Außerdem sind die Rentner, die den Gesamtsatz des allgemeinen Sozialbeitrages leisten zu einer weiteren Abgabe, dem Solidaritätsbeitrag für Pflegebedürftige (CASA: Contribution Additionnelle de Solidarité pour l'Autonomie), in Höhe von 3 % verpflichtet. Ausgenommen davon sind die Leistungsempfänger derselben Zusatzleistung, sowie Empfänger der Leistung für ältere Menschen oder der Leistung für Witwen/Witwer.

Personen, die im französischen Krankenversicherungssystem versicherungspflichtig sind, aber ihren Steuersitz nicht in Frankreich haben (und damit nicht den Allgemeinen Sozialbeitrag (CSG) und den Beitrag zur Abtragung der Sozialversicherungsschulden (CRDS) zahlen), zahlen stattdessen einen erhöhten Krankenversicherungsbeitrag zum alten Satz von 5,5 % der Erwerbseinkommen, der bis zum 1. Januar 1998 allgemein galt.

Was Rentner anbelangt, die ihren Steuersitz nicht in Frankreich haben, aber im französischen Krankenversicherungssystem versicherungspflichtig sind, wird von ihrer Grundrente des allgemeinen Versicherungssystems ein Satz von 3,2 % und von ihrer Pflicht- oder freiwilligen Zusatzrente der Satz von 4,2 % abgezogen.

Aufgabenbereich

Das allgemeine Sozialversicherungssystem schützt Arbeitnehmer im privaten Wirtschaftssektor in den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen

Es gliedert sich in in fünf Versicherungszweige:

Unter zwei Bedingungen gehört ein Versicherter dem allgemeinen System als Pflichtmitglied an :

  • wenn er ein Entgelt erhält in welcher Form auch immer ,welches dazu führt, dass Sozialversicherungsabgaben geleistet werden ,
  • bei Bestehen eines Abhänigkeitsverhältnisses zwischen dem Arbeitnehmer und einem bzw. mehreren Arbeitgebern.

Außerdem gibt es die Arbeitslosenversicherung, welche alle Arbeitnehmer des allgemeinen und des landwirtschaftlichen Sozialversicherungssystems umfasst.

Stellt ein Arbeitgeber in Frankreich einen Arbeitnehmer ein, muss er dies unverzüglich der für die Erhebung der Sozialabgaben zuständigen Stelle (URSSAF) seiner Gemeinde melden. Damit kann der Arbeitnehmer bei der Sozialversicherung (sofern er noch keine Sozialversicherungsnummer hat) und bei der Arbeitslosenversicherung eingeschrieben werden. Was die Zusatzrentenversicherung anbelangt, so wird der Arbeitnehmer bei derjenigen Anstalt eingeschrieben, zu der sein Arbeitgeber aufgrund seiner Branche und seinem Niederlassungsort gehört.

Sozialbeiträge und –abgaben werden von den Unionen für die Beitreibung der Beiträge zur sozialen Absicherung und zu den Familienbeihilfen (URSSAF) eingezogen. Sie dienen dazu die Kosten für ärztliche Behandlung, Tagegelder im Krankheitsfall, Mutterschaftsfall oder im Rahmen von Arbeitsunfällen sowie Grundrenten und Familienbeihilfen des allgemeinen Sozialversicherungssystems zu finanzieren.

Informationen zur URSSAF finden sich auf der Webseite http://www.urssaf.fr/

Für ausländische Arbeitgeber mit Hauptsitz im Ausland, ohne Niederlassung in Frankreich, die einen Mitarbeiter in Frankreich einstellen, ist der allein zuständige Ansprechpartner zur Anmeldung und Zahlung von französischen Sozialversicherungsbeiträgen für diesen Mitarbeiter die

  • Urssaf Alsace (Centre national de firmes étrangères - CNFE)
    16, rue Contades
    67300 SCHILTIGHEIM
    www.alsace.urssaf.fr
    Tél. : 0033 388 18 52 44
    Fax : 0033 369 32 30 08
    Weitere Einzelheiten finden Sie unter : http://www.urssaf.fr/

Der für Zusatzrenten zuständige Träger ist:

  • CRE- IRCAFEX
    93, rue Marceau
    93187 Montreuil Cedex
    Tél. : + 33 (0)1 58 82 72 12
    Fax : + 33 (0)1 58 82 41 51
    courriel : international@humanis.com
    site : www.humanis.com

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