Das französische Sozialversicherungssystem IV - Familie

2019

Der Sozialversicherungszweig Familie besteht aus einem Netz von 102 Familienkassen in den jeweiligen Departements und einer Familienkasse auf nationaler Ebene.

Familienleistungen werden von den Familienkassen an:

  • Arbeitnehmer und den Arbeitsnehmern gleichgestellte Personen eines jeden Berufsstandes,
  • an alle Selbständige, mit Ausnahme der Selbständigen aus der Landwirtschaft,
  • an alle sich in Frankreich gewöhnlich mir ihren Kindern aufhaltende Personen die keine Erwerbstätigkeit ausüben,

geleistet.

Gemäß Artikel L. 512 - 1 des französischen Sozialgesetzbuchs "beziehen alle Franzosen und Ausländer, die in Frankreich wohnen und ein oder mehrere Kinder versorgen für diese Kinder Familienleistungen".

Anrecht auf Familienleistungen hat jede Person, die tatsächlich und dauernd das eheliche, uneheliche, adoptierte oder aufgenommene Kind versorgt (Nahrung, Unterkunft, Kleidung) bis zur einem Alter von:

  • in der Regel 20 Jahren, bei allen Kindern, die keinerlei berufliche Tätigkeit ausüben oder deren monatliches Nettoeinkommen 55 % des Mindestlohnes (932,329 €) nicht übersteigen;
  • 21 Jahren beim Wohngeld und beim Auffüllungsbetrag zum Kindergeld (complément familial).

Darüber kann eine Pauschalbeihilfe für Familien ab 3 Kindern geleistet werden, um den finanziellen Verlust auszugleichen, der ihnen entsteht, wenn das älteste Kind das Alter von 20 Jahren erreicht. Diese Leistung wird längstens für 1 Jahr bezahlt.

Berechnungsweise der Familienleistungen: Die Familienleistungen werden in Prozenten der sogenannten Monatsberechnungsbasis ausgedrückt. Seit dem 1. April 2019 beträgt sie 413,16 €. Die Monatsberechnungsbasis wird jährlich zum 1. April in gemäß der vorhergesehenen, durchschnittlichen Preisentwicklung der Verbrauchsgüter ohne Tabak festgelegt. Bei den Familienleistungen lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

A - ALLGEMEINE UNTERHALTSLEISTUNGEN

1) Kindergeld

Kindergeld (allocations familiales) wird ab dem 2. Kind, welches in Frankreich lebt, geleistet. Es wird ohne Bedingungen in Bezug auf die Ausübung einer Erwerbstätigkeit geleistet. Seit dem 1. Juli 2015, ist die Höhe des Kindergeldes an das Einkommen des Haushaltes oder der Person, welche für den Unterhalt der Kinder aufkommt und die Anzahl der Kinder, gebunden. Insgesamt werden drei Einkommensstufen herangezogen.

2) Beihilfe für Kinder über 20

Die Leistung (allocation forfaitaire) kommt Familien mit 3 oder mehr Kindern zugute, die das Anrecht auf einen Teil des Kindergelds dadurch verlieren, dass eines oder mehrere ihrer Kinder das Alter von 20 Jahren, d.h. die Altersgrenze zum Anspruch auf Familienleistungen erreichen. Das monatliche Arbeitseinkommen dieses bzw. dieser Kinder darf nicht höher als 932,29 € sein.

Um Anspruch auf die Pauschalbeihilfe erheben zu können, muss die Familie Anrecht auf Kindergeld für mindestens 3 Kinder (einschließlich des über 20jährigen) haben. Die Beihilfe wird für das betroffene Kind ein Jahr lang gezahlt und zwar ab dem Monat, in dem es 20 wird bis zu dem Monat, der seinem 21. Geburtstag vorausgeht.

Diese monatliche Beihilfe beläuft sich seit dem 1. April 2019 auf 83,60 €. Grundsätzlich wird der Betrag halbiert oder geviertelt, je nach Einkommen des Haushalts (Jahr N -2). Es besteht jedoch die Möglichkeit einen degressiven Zuschlag zu erhalten, falls das im Jahr N -2 erzielte Einkommen des Haushalts die anzuwendende Einkommensgrenze nur leicht überschreitet.

3) Auffüllungsbetrag zum Kindergeld

Der Auffüllungsbetrag zum Kindergeld (complément familial) ist einkommensabhängig. Er wird Familien mit mindestens 3 Kindern eines Alters zwischen 3 und 21 Jahren gewährt. Die Einkommensgrenze hängt von der Anzahl der zu versorgenden Kinder sowie der Zusammensetzung des Haushalts ab. Um im Jahr 2019 Anspruch auf diese Leistung zu haben, darf das im Jahr 2017 erzielte Jahreseinkommen des Haushalts

  • 38.159 € (Elternpaar mit 3 Kindern und einem Einkommen) oder
  • 46.680 € (Elternpaar mit zwei Einkommen oder alleinerziehende Person)

nicht überschreiten.

Der Auffüllungsbetrag beläuft sich auf 172,08 € bzw. 258,14 € im Monat, je nach Einkommensniveau. Der Betrag wird in gleicher Höhe für drei Kinder und mehr geleistet.

4) Unterstützungsbeihilfe

Diese Leistung (allocation de soutien familial – ASF) wird für ein zu erziehendes Kind, das ohne die Unterstützung eines Elternteils oder ohne beider Eltern lebt, oder als Aufstockung eines geringen Unterhaltsgeldes gewährt.

Diese Leistung kann auch als Vorschuss ausgezahlt werden, falls die Zahlung des Unterhaltsgelds eines Elternteils im Rückstand ist.

Es besteht Anspruch auf diese Leistung, wenn:

  • der Elternteil, der das Sorgerecht ausübt, alleinstehend ist,
  • der Haushalt in Frankreich geführt wird,
  • mindestens ein Kind zu versorgen ist,
  • das Kind, sollte es eine Erwerbstätigkeit ausüben, nicht mehr als 932,29 € pro Monat verdient.

Die Höhe der Leistung beträgt:

  • 154,94 €, wenn das Kind Vollwaise ist oder sich in einer vergleichbaren Situation befindet;
  • 116,22 €, wenn das Kind Halbwaise ist oder sich in einer vergleichbaren Situation befindet.

B - Kleinkinder- und Adoptionsleistungen (PAJE)

Die verschiedenen Kleinkinder- und Adoptionsleistungen werden unter dem Begriff der Kleinkinderleistungen (Paje) zusammengefasst. und beinhalten:

  1. eine einkommensabhängige Geburts- bzw. Adoptionsprämie,
  2. eine einkommensabhängige monatliche Beihilfe (allocation de base), die von der Geburt bis zum Alter von 3 Jahren oder im Falle einer Adoption drei Jahre lang zugeteilt wird,
  3. eine unter beiden Elternteilen aufgeteilte Leistung zur Erziehung des Kindes (prestation partagée d'éducation de l'enfant - PreParE) für jede nach dem 31.12.2014 stattgefundene Geburt bzw. Adoption oder eine Erziehungsbeihilfe zur freien Tätigkeitsentscheidung (complément de libre choix d'activité - Clca) für jede vor dem 1. 01.2015 stattgefundene Geburt oder Adoption, welche an eine Mindestbeitragsdauer gebunden ist,
  4. eine Beihilfe zur freien Wahl der Kinderbetreuungsweise (complément de libre choix du mode de garde - CMG) deren Höhe vom Einkommen des Haushalts abhängt.

1) Geburts- bzw. Adoptionsprämie

Die Geburts- bzw. Adoptionsprämie trägt zur Deckung der Kosten bei, die anlässlich der Geburt bzw. der Adoption entstehen. Für Kinder die ab dem 1. April 2019 geboren sind, beträgt sie 949,24 € im Falle einer Geburt und 1.898,47 € bei Adoption eines Kindes von unter 20 Jahre.

Die Geburts- bzw. Adoptionsprämie ist einkommensabhängig. Die Einkommensobergrenze hängt von der Anzahl der geborenen oder erwartenden Kinder ab. Die Obergrenze erhöht sich, wenn beide Elternteile berufstätig sind und für Alleinerziehende. Für sie beträgt diese Einkommensobergrenze am 1. Januar 2019 für einen Haushalt mit einem erwarteten Kind 31.659 € bzw. 41.840 € bezogen auf das Jahr 2017.

Um die Beihilfe beziehen zu können, muss nachgewiesen werden, dass die erste Schwangerschaftsuntersuchung innerhalb der ersten 14 Schwangerschaftswochen durchgeführt wurde.

2) Monatliche Kinderbeihilfe

Diese Beihilfe dient dazu Unterhalts- und Erziehungskosten des Kindes teilweise zu decken. Sie ist einkommensabhängig und wird ab dem ersten Tag der Geburt bis zum Ende des Monats, vor dem das 3. Lebensjahr erreicht wird, geleistet. Im Fall einer Adoption, wird sie drei Jahre lang ab der Aufnahme des Kindes im Haushalt zugeteilt, unter der Voraussetzung, dass das Kind unter 20 Jahre alt ist.

Seit dem 1. April 2018 wird wie folgt unterschieden:

* Die angegebenen Obergrenzen betreffen Familien mit einem zu versorgenden Kind. Die Obergrenzen werden angehoben, wenn es sich um eine alleinerziehende Person handelt oder wenn beide Eltern ein Einkommen erzielen. Es werden die im Jahr 2017 erzielten Einkommen zur Berechnung herangezogen.

  • Kinder, die bis zum 31. März 2018 geboren bzw. adoptiert wurden
    Sollte das Einkommen bei 30.388 €* oder darunter liegen, wird die Kleinkinderbeihilfe zum vollen Satz anerkannt (Anhebung der Obergrenze auf 38.606 €*). Die monatliche Leistung beträgt in diesem Fall 185,54 €. Sollte das Einkommen 36.304 € nicht übersteigen, wird die anteilige auf 92,77 € pro Monat festgesetzte Leistung erbracht (Anhebung der Obergrenze auf 46.123 €).
  • Kinder, die ab dem 1. April 2018 geboren bzw. adoptiert wurden
    Die monatliche Kleinkinderbeihilfe zum vollen Satz beträgt 172,08 €, wogegen die zum anteiligen Satz 86,04 € beträgt. Liegt das Einkommen bei 26.499 €* oder darunter, wird die Leistung zum vollen Satz geleistet (Anhebung der Obergrenze auf 35.020 €*). Die anteilige Leistung wird bis zum einem Einkommen in Höhe von 31.659 €* geleistet (Anhebung der die Obergrenze auf 41.840 €*).

3) Unter beiden Elternteilen aufgeteilte Leistung zur Erziehung des Kindes (PreParE) / Erziehungsbeihilfe zur freien Tätigkeitsentscheidung (CLCA)

Die unter beiden Elternteilen aufgeteilte Leistung zur Erziehung des Kindes (prestation partagée d'éducation de l'enfant – PreParE) wird für ab dem 1. Januar 2015 geborene oder adoptierte Kinder und die Erziehungsbeihilfe zur freien Tätigkeitsentscheidung (complément de libre choix d'activité – CLCA) für bis zum 31. Dezember 2014 geborene oder adoptierte Kinder geleistet.

Der Leistungsempfänger kann seine berufliche Tätigkeit unterbrechen oder einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, um sich um sein Kind zu sorgen. Die Leistungen beider Elternteile können zusätzlich zur monatlichen Kinderbeihilfe, oder unabhängig (wenn der Betroffene von seinem Einkommen her kein Anrecht auf diese hat) von dieser gewährt werden.

Sie wird ab dem ersten Kind einkommensabhängig gewährt.

Voraussetzung ist, mindestens 2 Jahre einer rentenversicherungspflichtigen Tätigkeit innerhalb

  • der 2 letzten Jahre beim ersten Kind
  • der 4 letzten Jahre beim zweiten Kind
  • der 5 letzten Jahre ab dem dritten Kind

nachgegangen zu sein.

Leistungsdauer:

Die unter beiden Elternteilen aufgeteilte Leistung (PrePaE) wird ab dem:

  • ersten Kind bis zum 6. Lebensmonat des Kindes
  • zweiten Kind bis zum 24. Lebensmonat des Kindes
  • dritten Kind bis zum 48. Lebensmonat des Kindes

an jeden der beiden Elternteile gezahlt.

Die Beihilfe zur freien Tätigkeitsentscheidung (CLCA) wird beim 1. Kind für eine Dauer von 6 Monaten geleistet. Ab dem 2. Kind kann sie bis zum 3. Geburtstag des Kindes geleistet werden.

Der Betrag der unter beiden Eltern aufgeteilten Leistung (PreParE) / der Beihilfe zur freien Tätigkeitsentscheidung (CLCA) beläuft sich zwischen dem 1. April 2019 und dem 31. März 2020 auf

  • 399,20 €, d. h. den vollen Satz (vollständige Einstellung der beruflichen Tätigkeit);
  • 258,06 €, bei einer Teilzeitbeschäftigung bis zu 50 % der Vollzeit;
  • 148,86 €, bei Teilzeitbeschäftigung über 50 % und bis zu höchstens 80 %.

Auf den erhöhten Betrag der unter beiden Eltern aufgeteilten Leistung (PreParE), der 652,50 € beträgt, hat der Elternteil, mit drei oder mehr Kindern, Anspruch, der seine berufliche Tätigkeit gänzlich aufgegeben hat. Die Höhe dieser Leistung übersteigt zwar die der unter beiden Elternteilen aufgeteilten Grundleistung zur Erziehung des Kindes (PreParE), wird aber für eine kürzere Dauer ausgezahlt.

Die Altersgrenze einer einjährigen Erziehungsbeihilfe (CLCA) für ein adoptiertes Kind ist auf 20 Jahre festgesetzt.

4) Beihilfe zur freien Wahl der Kinderbetreuungsweise (CMG)

Die Beihilfe zur freien Wahl der Kinderbetreuungsweise (complément de libre choix du mode de garde - CMG) wird für Kinder bis 6 Jahre zur Kinderbetreuung geleistet. Diese Leistung kann zusätzlich zur monatlichen Kinderbeihilfe, wenn der Betroffene von seinem Einkommen her Anrecht auf diese hat, oder unabhängig von dieser gewährt werden. Sie wird an Haushalte oder erwerbstätige Personen gezahlt, die

  • direkt eine anerkannte Kindertagespflegeperson oder eine häusliche Kinderbetreuung beschäftigen, in diesem Fall darf das tägliche Bruttoentgelt 50,15 € pro Tageskind nicht übersteigen, oder
  • über einen Verein, ein anerkanntes Unternehmen, das Kindertagespflegepersonen oder Personen, die im Haushalt arbeiten, beschäftigen, das Kind betreuen lassen, wenn die Betreuung mindestens 16 Stunden pro Monat beträgt, oder
  • eine Mikrokindertagesstätte in Anspruch nehmen, wenn das Kind mindesten 16 Stunden pro Monat für höchstens 10 € die Stunde betreut wird.

Der Beitrag deckt

  • einen Teil des Entgeltes der angestellten Person (bis zu 85 %) und zwar in Abhängigkeit der Anzahl der Kinder, des Alters der Kinder und dem Einkommen des Haushalts. Die Einkommensgrenzen werden für Alleinerziehende um 40 % angehoben.
  • Außerdem werden die Sozialabgaben von
    • anerkannten Tagesmüttern in voller Höhe und die von
    • häuslichen Kinderbetreuungen im Rahmen einer Beitragshöchstgrenze bis zu 50 % direkt übernommen. Bis zum Alter von 3 Jahren des Kindes wird der Beitrag in voller Höhe und zwischen 3 und 6 Jahren in verringerter Höhe zugeteilt.

C - SONDERLEISTUNGEN

1) Behindertenerziehungsbeihilfe

Die Behindertenerziehungsbeihilfe (allocation d'éducation de l'enfant handicapé – AEEH) wird unabhängig vom Einkommen für jedes Kind (einschließlich des erstgeborenen) unter 20 Jahren gewährt, das unter einer dauerhaften Behinderung

  • von mindestens 80 % leidet bzw.
  • zwischen 50 % und 79 % leidet, wenn es in einer sonderpädagogischen Einrichtung untergebracht ist oder Hauspflege erhält.

Behindertenerziehungsbeihilfe wird nicht gewährt, wenn das Kind in einem Heim untergebracht ist, dessen Kosten vollständig von der Krankenversicherung, dem Staat oder der Sozialhilfe getragen werden.

Die Behindertenerziehungsbeihilfe beträgt monatlich 132,21 €. Bei Kindern mit einem Behinderungsgrad von mindestens 80 % kann ein Aufschlag gewährt werden, dessen Höhe von der Pflegebedürftigkeit und dem Grad der Behinderung abhängt. Zur Bestimmung der Höhe des Aufschlags wird das Kind von der Sonderpädagogischen Kommission (CDAPH) aufgrund von bestimmten Kriterien (Pflegebedürftigkeit, Pflegekosten, finanzielle Folgen der Behinderung, Arbeitsaufgabe oder -einschränkung eines Elternteils, der für das Kind sorgt, und Verwendung bezahlter Pflegebetreuer) einer von 6 Kategorien zugeordnet.

Der monatliche Aufschlag (Stand 1. April 2019 bis 31. März 2020) beträgt

  • für die Kategorie 1: 99,16 €,
  • für die Kategorie 2: 268,55 €,
  • für die Kategorie 3: 380,11 €,
  • für die Kategorie 4: 589,04 €,
  • für die Kategorie 5: 752,82 €,
  • für die Kategorie 6 (Aufschlag für die Bezahlung einer Hilfsperson): 1.121,92 €.

Der Empfänger dieser Behindertenerziehungsbeihilfe und des dazugehörigen Aufschlags hat ebenfalls Anspruch auf die Zusatzleistung für Alleinerziehende, wenn er die tatsächliche und ständige Betreuung des behinderten Kindes allein übernimmt. Diese wird gewährt, falls der Zustand des Kindes den Alleinerziehenden zwingt seine berufliche Tätigkeit einzuschränken oder aufzugeben oder eine Drittperson gegen Entgelt in Anspruch zu nehmen.

Die Höhe der Zusatzleistung richtet sich nach der Kategorie der Behinderung:

  • Kategorie 2: 53,71 €,
  • Kategorie 3: 74,37 €,
  • Kategorie 4: 235,50 €,
  • Kategorie 5: 301,61 €,
  • Kategorie 6: 442,08 €.

Seit Januar 2019 wird die Behindertenerziehungshilfe (AEEH) wie folgt gewährt:

  • wenn der Grad der Behinderung des Kindes mindestens 80 % beträgt und keine positive Entwicklung zu erwarten ist, wird die Behindertenerziehungshilfe (AEEH) und gegebenenfalls der Zuschlag zur Behindertenerziehungsbeihilfe (AEEH) ohne zeitliche Begrenzung, bis zu dem Zeitpunkt gewährt zu dem Anspruch auf Familienleistungen endet. Danach wird sie durch die Leistung für Erwachsene mit Behinderung (allocation aux adultes handicapés – AAH) abgelöst.
  • Wird eine positive Entwicklung erwartet, besteht für eine Dauer, die zwischen 2 und 5 Jahren liegen kann, Anspruch auf die Behindertenerziehungsbeihilfe (AEEH) und gegebenenfalls auf den Zuschlag zur Behindertenerziehungsbeihilfe (AEEH).

Die Empfänger dieser Grundleistung wählen zwischen:

  • dem Zuschlag zur Behindertenerziehungsbeihilfe (AEEH) und
  • der Behindertenausgleichsleistung (PCH).

Außerdem besteht die Möglichkeit die Behindertenerziehungsbeihilfe (AEEH) mit dem dritten Teil der Behindertenausgleichsleistung (PCH) zusammen zu erhalten. (Diese dienen zur finanziellen Deckung der aufgrund der Behinderung durchgeführten Umbauarbeiten (Wohnung, Auto oder Transportmittel).

  • Weitere Informationen über den Behinderungsausgleichsleistung PCH auf der Webseite : http://www.cnsa.fr/

2) Leistung für Menschen mit Behinderung

Bei der Leistung für Menschen mit Behinderung (allocation aux adultes handicapés – AAH) handelt es sich um eine Sozialleistung mit der behinderten Menschen ein Grundeinkommen garantiert werden soll.

Mehrere Kriterien müssen erfüllt sein, um diese Leistung zu erhalten. So

  • darf der Leistungsempfänger nicht unter 21 Jahre alt sein,
  • muss der Grad der Behinderung von der Kommission für Rechte von Menschen mit Behinderung und unabhängiges Leben (commission des droits et de l'autonomie des personnes handicapées – Cdaph) festgestellt worden sein,
    • der Grad der Behinderung mindestens 80 % betragen oder
    • zwischen 50 und 70 % liegen, wobei schwere und dauerhafte Einschränkungen bei der Vermittlung einer Arbeitsstelle, die von dem Behindertenausschuss anerkannt wurden, bestehen,
  • darf der Behinderte weder Empfänger einer pro Monat über 900 € liegenden Erwerbsminderungsrente, Altersrente noch einer Unfallrente sein (Höchstbetrag der Leistung für behinderte Erwachsene [AAH]),
  • darf das persönliche Einkommen einen bestimmten Betrag nicht überschreiten:
    • 10.800 € falls die behinderte Person allein lebt,
    • 19.548 € falls es sich um ein behindertes Ehepaar handelt,
    • obengenannte Höchstgrenzen werden pro zu versorgendes Kind um 5.400 € angehoben.

Im Falle der für das Jahr 2019 gewährten Leistungen, werden die Einkommen aus dem Jahr 2017 herangezogen.

Ab dem 01. November 2019 beträgt, der Höchstbetrag der Leistung für behinderte Erwachsene (AAH) 900 € pro Monat. In diesem Fall hat der Behinderte kein eigenes Einkommen.

Diejenigen Behinderten, die eine Alters, Invaliden- oder Unfallrente erhalten, haben Anspruch auf den Unterschiedsbetrag zwischen der erhaltenen Leistung und den 900 €.

Die Dauer für eine Leistung für behinderte Erwachsene (AAH), die aufgrund einer mit 80 % bewerteten Behinderung anerkannt wurde, liegt zwischen 1 und 5 Jahren. Sie kann jedoch ohne zeitliche Begrenzung gewährt werden, sobald der Grad der Behinderung dauerhaft 80 % beträgt und gleichzeitig aufgrund des wissenschaftlichen Forschungsstandes keine positive Entwicklung bezüglich der Vermittlungsmöglichkeiten zu erwarten ist.

Liegt der Grad der durch die Kommission für Rechte von Menschen mit Behinderung und unabhängiges Leben (CDAPH) festgestellten Behinderung zwischen 50 und 70 %, so wird eine Leistung für behinderte Erwachsene für eine Dauer zwischen 1 und zwei Jahren anerkannt.

Nähere Informationen hierzu erfahren Sie auf der Webseite: handicap.gouv.fr

3) Beihilfe zum Schuljahresbeginn

Diese Beihilfe ist einkommensabhängig. Sie wird für jedes Kind im Schulalter von 6 bis 18 Jahre, gewährt. Die Höhe hängt vom Alter der Kinder ab, um möglichst den tatsächlichen Kosten zu entsprechen.

Sie wird Haushalten und Personen mit eingeschulten Kindern gewährt, deren Einkommen einen gewissen Höchstbetrag nicht übersteigen (je nach Zusammensetzung der Familie und der Anzahl der zu versorgenden Kinder). Die Zahlung erfolgt einmal im Jahr jeweils im Monat August. Sind die Einkommen geringer als ein bestimmter Höchstbetrag, wird die Beihilfe zum vollen Satz gewährt. Liegen die Einkommen geringfügig über dem Höchstbetrag, aber unter einem gewissen durch Erlass festgelegten Betrag, wird die Beihilfe unter Berücksichtigung des Einkommensunterschieds gezahlt.

Der Betrag der vollen Beihilfe beträgt zum Schulbeginn 2019:

  • 370,69 € für Kinder von 6 bis 10 Jahren
  • 391,14 € für Kinder von 11 bis 14 Jahren
  • 404,69 € für Kinder von 15 bis 18 Jahren.

4) Tägliche Beihilfe für elterlichen Beistand

Die Beihilfe für elterlichen Beistand (allocation journalière de présence parentale) zur Pflege von kranken oder schwerbehinderten Kindern, die nicht älter 20 Jahre sind, wird an alle gezahlt, deren Kind persönliche Anwesenheit und aufwendige Pflege erfordern.

Um diese Leistung zu erhalten, muss der Leistungsempfänger seine berufliche Tätigkeit auf bestimmte Zeit unterbrechen und von seinem Arbeitgeber einen sogenannten Urlaub zur elterlichen Pflege erhalten haben. Ein vom Hausarzt ausgestelltes ärztliches Attest bezüglich des Gesundheitszustandes des Kindes muss zur Kontrolle bei der zuständigen Krankenkasse vorgelegt werden.

Die Höhe der täglichen Beihilfe beträgt 43,92 €, wenn der Leistungsempfänger in Partnerschaft lebt. Bei allein stehenden Leistungsempfängern beträgt die Höhe 52,18 €. Sie wird für jeden Urlaubstag bis zu einer Höchstdauer von 22 Monaten gewährt.

Der Leistungsempfänger hat Anspruch auf 310 Tage Sonderurlaub, den er innerhalb von drei Jahren nehmen kann, je nach den Bedürfnissen des kranken Kindes.

Unterhalb eines bestimmten Familieneinkommens, kann auf Vorlage von Belegen eine Kostenbeihilfe geleistet werden (112,34 €), wenn aufgrund der Behinderung oder Krankheit monatlich mindestens 112,34 € an Kosten anfallen.

5) Familienwohngeld

Diese Familienleistung (allocation de logement familial) gestattet es, einen Teil der Wohnkosten zu decken. Die Gewährung ist an Voraussetzungen bezüglich der Wohnung (Fläche, Hygiene), der Miete und der Einkommen der Familien gebunden.

6) Umzugsbeihilfe

Die Umzugsbeihilfe (prime de déménagement) ist von der Höhe der Einkommen abhängig. Sie kommt Familien mit mindestens 3 Kindern zu. Es muss in der neuen Wohnung Anrecht auf Wohngeld bestehen. Die Umzugsbeihilfe deckt die tatsächlichen Kosten des Umzugs bis zu einem Höchstbetrag von 991,58 € bei 3 Kindern plus 82,63 € pro weiterem Kind.

7) Arbeitsprämie

Die Arbeitsprämie (prime d'activité) wird von der Familienbeihilfekasse (Caf) oder der Sozialversicherungskasse aus dem landwirtschaftlichen System (Msa) ausgezahlt. Diese Prämie hat zum Ziel sowie unselbständige als auch selbständige Erwerbstätige mit geringem Erwerbseinkommen zu veranlassen eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen bzw. wieder aufzunehmen und deren Kaufkraft zu unterstützen.

Anspruch auf diese Leistung besteht, wenn der Antragssteller:

  • älter als 18 Jahre ist,
  • eine Erwerbstätigkeit ausübt,
  • seinen gewöhnlichen Wohnsitz in Frankreich hat,
  • Staatsangehöriger Frankreichs, der E.U. oder Schweizer ist, oder Staatsangehöriger eines anderen Landes ist und mindestens seit fünf Jahren sich gewöhnlich in Frankreich aufhält (bis auf Sonderfälle).

Leistungshöhe

Diese Leistung wird in Höhe des Unterschieds zwischen dem Pauschalbetrag, dessen Höhe sich nach der Zusammensetzung des Haushalts und der Anzahl der zu versorgenden Kinder richtet, und dem Gesamteinkommen (Familienleistungen inbegriffen) des Haushalts gewährt.

Der Pauschalbetrag für eine Person beträgt 551,51 €.

Es besteht die Möglichkeit auf der Webseite der Familienkasse (Caf) einen Online-Rechner zu nutzen, mit dem die Höhe der Leistung, auf die eventuell Anspruch besteht, abgeschätzt werden kann.

Zu beachten: Von Familienleistungen (außer der Behindertenerziehungsbeihilfe (AEEH)) wird ein Beitrag zur Abtragung der Sozialversicherungsschulden (CRDS) von 0,5 % abgezogen. Dieser Beitrag wird direkt von den zuständigen Familienbeihilfenkassen einbehalten.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Familienbeihilfekasse (CAF): http://www.caf.fr