Das französische Sozialversicherungssystem III - Alter

2019

In Frankreich werden die Grundrenten im privaten Sektor durch die Zusatzrenten-Pflichtversicherung Agirc-Arrco ergänzt, die wie die Grundrenten auf dem Grundsatz der Umlage beruht.

A - Grundrente

Grundrenten werden von folgenden Stellen anerkannt:

  • von den (regionalen) Renten- und Arbeitsgesundheitskassen (caisses régionales d'assurance retraite et de santé au travail – CARSAT)
  • von der für den Großraum Paris zuständigen Alterskasse Ile de France (caisse nationale d'assurance vieillesse d'Île-de-France)
  • von den allgemeinen Sozialversicherungskassen (der Überseedepartements)
  • von der Sozialversicherungskasse in Mayotte.

1 - Anrechte des Versicherten

a) Rentenalter

Nähere Informationen auf der Webseite: Calculer mon âge légal de départ à la retraite

  • Gesetzliches Renteneintrittsalter: 62 Jahre *.

Der Versicherte ist nicht verpflichtet genau zum Zeitpunkt des gesetzlichen Renteneintrittsalters einen Rentenantrag zu stellen. Wenn er nach dem Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters und der für eine Vollrente nötigen Versicherungsdauer, weiterhin eine Erwerbstätigkeit ausübt, hat er die Möglichkeit eine Rente mit Aufschlägen zu erhalten.

  • Rentenalter für eine abschlagsfreie Rente: 67 Jahre* (gesetzliches Rentenalter + 5 Jahre)

* für alle Jahrgänge ab 1955.

Behinderte, langjährig Versicherte und Versicherte, die eine beschwerliche Tätigkeit ausüben, haben die Möglichkeit frühzeitig in Rente zu gehen.

b) Berechnung der Rente (ausschließlich im allgemeinen Rentensystem)

Der Betrag der Rente hängt von drei Faktoren ab:

  • Durchschnittsjahresentgelt: Es berechnet sich aus den (dynamisierten) Arbeitsentgelten, von denen Beiträge geleistet wurden. Dafür werden die 25 besten Jahre im beruflichen Lebenslauf herangezogen.
  • Rentensatz: Der Höchstsatz von 50 % wird durch einen Minderungskoeffizienten verringert, dessen Höhe von der Anzahl der Semester abhängt, die unter Berücksichtigung der Versicherungsdauer und des Alters zum Erhalt des vollen Satzes fehlen, wobei von letzeren beiden Kriterien das für den Versicherten günstigere gewählt wird. Der Satz beträgt mindestens 37,5 %.
  • Versicherungsdauer und die als gleichwertig anerkannten Zeiten: Der Satz der Rente, der zwischen dem gesetzlichen Renteneintrittsalter und dem Alter der automatischen Erteilung einer abschlagsfreien Rente Anwendung findet (zwischen 62 und 67 Jahren für Versicherte der Jahrgänge ab dem 1. Januar 1955), ergibt sich aus der Dauer der Versicherungszeiten und anderer berücksichtigter Zeiträume. Der volle Satz von 50 % kann durch die Versicherungsdauer (zwischen 166 und 172 Trimestern (Vierteljahre) je nach Geburtsjahrgang), das Alter (67 Jahre für die Versicherten der Jahrgänge 1955 und später) oder die Zugehörigkeit zu bestimmten Kategorien (Arbeitsunfähige, Kriegsveteranen, Kriegsgefangene und Arbeiterinnen, die mehr als drei Kinder aufgezogen haben) erzielt werden.

Zur Berechnung des Rentensatzes werden die Zeiträume berücksichtigt, in denen Beiträge in die verschiedenen auf dem französischen Staatsgebiet anerkannten Versicherungsanstalten eingezahlt wurden (Artikel L. 351-1 des französischen Sozialversicherungsgesetzes), sowie als Ersatzzeiten anerkannte Zeiträume: Dabei handelt es sich um Zeiten der Arbeitsunterbrechung wegen Krankheit, Mutterschaft, Invalidität, Arbeitsunfall, Wehrdienst, Arbeitslosigkeit usw..

Im Ausland zurückgelegte Beschäftigungszeiten:

Ausländische Beschäftigungszeiten, die in Ländern zurückgelegt mit denen Frankreich Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, können unter gewissen Bedingungen bei der Bestimmung des Rentensatzes berücksichtigt werden.

Im Rahmen des französischen Rechts werden außerdem ausländische Beschäftigungszeiten, die vor dem 1. April 1983 liegen und für die Versicherungszeiten nachgekauft werden können oder könnten, bei der Berechnung des Rentensatzes ab dem gesetzlichen Ruhestandsalter als gleichwertige Versicherungszeiten berücksichtigt (Artikel R. 351-4 des fr. Sozialversicherungsgesetzes).

Unter der Versicherungsdauer versteht man die tatsächliche Dauer der Versicherung (einschließlich der als gleichwertig anerkannten Zeiträume) im jeweiligen Versicherungssystem. Im Laufe verschiedener Reformen ist die für eine Vollrente nötige Versicherungsdauer, stufenweise erhöht worden, was zu folgendem Ergebnis führt:

  • 166 Trimestern für Versicherte, der Jahrgänge 1955, 1956 und 1957.

Die nötige Versicherungsdauer wird für jeweils 3 aufeinanderfolgende Jahrgänge um ein weiteres Trimester erhöht bis zu einer Gesamtzahl von 172 Trimester für die Jahrgänge ab 1973.

Für einen 1957 geborenen Versicherten erfolgt die Berechnung somit folgendermaßen:

  • Das durchschnittliche Jahreseinkommen (die besten 25 Beitragsjahre) X Satz (zwischen 37,5 und 50%) X Versicherungsdauer im allgemeinen System / 166 Trimester (Höchstversicherungsdauer je nach Jahrgang).

Vorgezogener Ruhestand

Es besteht die Möglichkeit, vor dem gesetzlichen Rentenalter ohne Abschläge in Rente zu gehen. Es handelt sich um folgende Renten:

  • Rente aufgrund einer besonders beschwerlichen Tätigkeit: die Rente kann bis zu zwei Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter in Anspruch genommen werden, das heißt mit 60 anstatt mit 62 Jahren. So können dem Versicherten, welcher aufgrund von Risikofaktoren, denen er auf eine bestimmte Zeit ausgesetzt war, über Sonderpunkte verfügt, 8 Trimester Versicherungszeiten angerechnet werden.

Das Konto für beschwerliche Arbeitstätigkeiten (compte professionnel de prévention C2P) enthält 6 Risikofaktoren, das sind Arbeiten:

  • im hyperbarer Umgebung
  • unter sehr hohen Temperaturen
  • unter Lärm
  • in Nachtschicht
  • in Wechselschicht
  • die sich ständig wiederholen.
  • Eine Rente aufgrund einer langen Versicherungsdauer kann derjenige Versicherte ab dem 60. Lebensjahr erhalten, der eine Mindestversicherungsdauer sowie Mindestversicherungsbeiträge nachweisen kann und sehr früh ins Berufsleben eingetreten ist. Die nötige Versicherungsdauer hängt vom Geburtsjahr, vom Renteneintrittsalter und vom Alter beim Eintritt in das Berufsleben ab.
  • Eine Rente aufgrund einer Schwerbehinderung kann derjenige Versicherte zwischen dem 55. und 59. Lebensjahr in Anspruch nehmen, der eine dauerhafte Schwerbehinderung von mindestens 50 % nachweist oder dessen Schwerbehinderung vor dem 31. Dezember 2015 anerkannt wurde und der eine bestimmte Versicherungsdauer als Schwerbehinderter nachweisen kann (davon muss eine Mindestdauer mit Versicherungsbeiträgen aufgrund einer Erwerbstätigkeit belegt sein). Die Bestimmungen zur Versicherungsdauer richten sich nach dem Geburtsjahrgang und dem gewünschten Rentenbeginn.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite: lassuranceretraite.fr

Rente zu verringertem Satz

Bei Personen, die ihre Altersrente in Anspruch nehmen möchten, obgleich sie noch nicht die nötige Versicherungsdauer erreicht haben um eine abschlagsfreie Rente zu erhalten, verringert sich der Rentensatz. Der Verringerungsfaktor richtet sich nach der Anzahl der fehlenden Trimester und dem Geburtsjahrgang des Versicherten: 1,625 % für den Jahrgang 1950, 1,5 % für den Jahrgang 1951, 1,375 für den Jahrgang 1952 und 1,25 für diejenigen, die ab 1953 geboren sind, dies entspricht einer Verringerung von 0,625 % pro fehlendes Trimester.

Erhöhung der Grundrente

Die Versicherten, die je nach Jahrgang über die für eine abschlagsfreie Rente nötige Versicherungszeit verfügen und nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters noch erwerbstätig sind, erhalten eine Rente mit Aufschlägen. Diese Regelungen werden mit unterschiedlichen Sätzen je nach dem Zeitpunkt, zu dem die Versicherungszeit erreicht ist, angewandt. Bezüglich der Zeiten die nach dem 1. Januar 2009 liegen, beträgt der Aufschlag 1,25 % pro zusätzlich gearbeitetes Trimester.

c) Erhöhung der Versicherungsdauer

Rentenerhöhung für Kindererziehung

Die Versicherungsdauer erhöht sich bei einem Elternteil um bis zu 8 Trimester pro Kind.

  • 4 aufgrund der Mutterschaft (90 Tage Mutterschaft werden als ein Trimester angerechnet).oder der Adoption,
  • 4 aufgrund der Erziehung des Kindes während der ersten vier Jahre nach der Geburt oder der Adoption.

Was die ab dem 1. Januar 2010 geborenen Kinder anbetrifft, kann die Anrechnung von zusätzlichen Trimestern bei Adoption oder Erziehung auf beide Elternteile verteilt werden. Diese werden nach deren freiem Einvernehmen bei dem einen oder anderen angerechnet, Es besteht auch die Möglichkeit innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach dem 4. Geburtstag des Kindes oder der Adoption die Trimester zwischen beiden Elternteilen aufzuteilen.

Wurde ein schwer behindertes Kind mit Anrecht auf Behindertenerziehungsbeihilfe (allocation d'éducation de l'enfant handicapé – AEEH) großgezogen, können bis zu 8 Trimester angerechnet werden.

Aufschieben des Renteneintrittsdatums

Hat ein Versicherter zwar die gesetzliche Regelaltersgrenze (67 Jahre) erreicht und somit Anspruch auf eine abschlagsfreie Rente, verfügt er aber nicht über die nötige Versicherungsdauer um eine Vollrente zu erhalten (aus allen Grundversicherungssystemen), kann er eine längere Versicherungszeit erlangen, indem er nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze den Rentenantrag verzögert, wobei es ihm freisteht weiterhin eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Die Versicherungszeit wird dann pro Trimester um 2,5% verlängert.

d) Erhöhung des Rentenbetrags

Es gibt verschiedene Rentenaufschläge:

  • Kinderaufschlag Versicherte, die 3 Kinder vor deren 16. Geburtstag jeweils mindestens 9 Jahre lang aufgezogen haben, erhalten einen Aufschlag von 10 % auf ihre Rente. Diesen Aufschlag erhalten beide Elternteile mit Altersrente.
  • Der Aufschlag für unterhaltsbedürftige Ehepartner wird seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr gewährt. Versicherte, denen er vor dem 31. 12. 2010 zukam, erhalten ihn weiter solange sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Er beträgt jährlich 609,80 €.
  • Die Zulage für Dritthilfe steht Personen zu, deren Altersrente eine zuvor bestehende Invaliditätsrente ersetzt, sowie Personen, die eine Altersrente wegen Arbeitsunfähigkeit bzw. eine Altersrente, die nachträglich in eine Arbeitsunfähigkeitsaltersrente umgewandelt wurde, beziehen, und die die Voraussetzung für den Zuschlag, vor Zeitpunkt zu dem sie Anrecht auf abschlagsfreie Rente haben, erfüllen (67. Lebensjahr). Um diese Leistung in Anspruch nehmen zu können, muss die Hilfe einer dritten Person bei der Bewältigung der Aufgaben des täglichen Lebens als für nötig erachtet werden. Seit dem 1. April 2018, liegt der Betrag bei 1.118,57 € pro Monat.

e) Mindest- und Höchstsätze der Rente

  • Solidaritätsleistung für Alte Personen (ASPA): eine vom Einkommen abhängige anerkannte Differenzleistung, anhand welcher das Einkommen einer Einzelperson bis zu 868,20 € pro Monat aufgestockt werden kann.
  • Das Beitragsminimum erhalten Versicherte, die Beiträge von geringen Entgelten geleistet haben und die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Rente erfüllen. Die Höhe des Beitragsminimums ist auf 634,66 € pro Monat festgesetzt. Weitere Zuschläge aufgrund einer langen Versicherungsdauer oder anderer Faktoren können hinzukommen. Das Beitragsminimum kann jedoch nicht den Gesamtbetrag aller eigenen Renten (Grund- und Zusatzrenten) um einen bestimmten Betrag (1.177,44 €) übersteigen.

Die Höhe der Grundrenten darf 50 % der Sozialversicherungsobergrenze nicht übersteigen (1.688,50 € pro Monat im Jahr 2019).

f) Anspruch auf mehrere Renten aus eigener Versicherung: einheitliche Renteneinlösung aus angeglichenen Rentensystemen

Die einheitliche Renteneinlösung aus angeglichenen Rentensystemen (liquidation unique des régimes alignés - Lura) ist seit dem 1. Juli 2017 in Kraft. Sie findet keine Anwendung auf:

  • Versicherte, welche vor diesem Datum bereits einen Rentenbescheid dieser Art aus einer der angeglichenen Rentenversicherungen erhalten haben,
  • Betreiber eines landwirtschaftlichen Betriebs, Freiberufler, Versicherte aus den Sondersystemen die nicht angeglichen wurden,
  • Die Jahrgänge vor 1953.

Mit der Rentenreform vom 20. Januar 2014 wurde für Versicherte eine einheitliche Renteneinlösung geschaffen, die in mindestens 2 der folgenden Rentensystemen Beiträge eingezahlt haben:

  • das allgemeine Rentensystem der Arbeitnehmer (régime général des salariés - RG),
  • das landwirtschaftliche Rentensystem der Arbeitnehmer (régime des salariés agricoles - SA),
  • das Rentensystem der Selbständigen (régime des travailleurs indépendants artisans, commerçants, industriels).

Dadurch haben die Versicherten aus diesen Rentensystemen die Möglichkeit nur einen Rentenantrag zu stellen und somit anstatt mehreren Renten nur eine Rente zu beziehen.

Dazu stellt der Versicherte den Rentenantrag in einer der Rentenversicherungskassen in denen er Beiträge geleistet hat. Im Zuge des Rentenverfahrens übermitteln sich die beteiligten Rentenversicherungskassen die zur Rentenfeststellung nötigen Informationen.

In der Regel ist derjenige Rentenversicherungsträger für die Rentenfeststellung und -auszahlung zuständig bei dem zuletzt Beiträge eingezahlt wurden. Für bestimmte Fälle wurde eine Ausnahmeregelung geschaffen: so zum Beispiel wenn der Versicherte zuletzt bei 2 gleichgestellten Rentensystemen gleichzeitig Beiträge eingezahlt hat, oder wenn er zuletzt einem Rentensystem zugehört hat, das nicht angeglichen wurde.

Die Rentenfeststellung wird von der auf diese Weise als für zuständig befundene Kasse durchgeführt, und zwar gemäß den gesetzlichen Bestimmungen aus dem eigenen Rentensystem.

Berechnungsformel:

  • Rente = durchschnittliches Jahreseinkommen X Satz X erfüllte Versicherungsdauer / berücksichtigte Höchstversicherungsdauer.
  • Durchschnittliches Jahreseinkommen: Summe des durchschnittlichen Entgelts und Einkommens der besten 25 Jahre aus allen angeglichenen Rentenversicherungssystemen. Diese Summe darf den Jahresbetrag der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze aus der Sozialversicherung nicht übersteigen.
  • Satz : zwischen 37,5 und 50%. Richtet sich der Satz nach der Versicherungsdauer, so werden die Versicherungs- und Ersatzzeiten aus den angeglichenen Rentensystemen, aber auch diejenigen der anderen Systeme, denen der Versicherte angehört hat, berücksichtigt. Es können nicht mehr als 4 Trimester pro Kalenderjahr berücksichtigt werden.
  • erfüllte Versicherungsdauer: Anzahl der anerkannten Trimester aus den zuständigen, angeglichenen Rentenversicherungssystemen.

2 - Anrechte der Hinterbliebenen

Hinterbliebenenrenten und Witwer- bzw. Witwenbeihilfen werden von folgenden Stellen anerkannt:

  • den regionalen Renten- und Arbeitsgesundheitskassen (caisses régionales d'assurance retraite et de santé au travail – CARSAT)
  • die für den Großraum Paris zuständige Alterskasse Ile de France (caisse nationale d'assurance vieillesse d'Île-de-France)
  • von den allgemeinen Sozialversicherungskassen (der Überseedepartements)
  • der Sozialversicherungskasse in Mayotte.

a) Hinterbliebenenrente des überlebenden Ehepartners

Die Hinterbliebenenrente dient dem überlebenden Ehepartner oder dem (der) geschiedenen überlebenden Ehepartner(in). Die Zuteilung erfolgt nicht automatisch, sie ist einkommens- und altersabhängig:

  • Anrecht auf Hinterbliebenenrente haben Ehepartner sowie geschiedene Ehepartner, die mindestens 55 Jahre alt sind. (Wenn der Tod vor dem 1. Januar 2009 eingetreten ist, besteht Anrecht auf Hinterbliebenenrente ab 51 Jahren.)
  • Das persönliche Einkommen sowie das - im Falle einer Wiederheirat, eingetragenen bzw. nicht eingetragenen Lebensgemeinschaft - neuen Haushaltes darf einen bestimmten Betrag nicht überschreiten (20.862,40 € pro Jahr für eine alleinstehende Person).

Der Betrag der Hinterbliebenenrente darf nicht mehr als 54 % der Rente betragen, die der Verstorbene bezog oder hätte beziehen können.

War der verstorbene Ehepartner mehrmals verheiratet, wird die Hinterbliebenenrente zwischen den überlebenden Ehepartnern, im Verhältnis zu den Ehejahren aufgeteilt.

Es kann ein Aufschlag von monatlich 97,36 € gewährt werden, wenn der überlebende Ehepartner für den Unterhalt mindestens eines Kindes unter 16 Jahren zu sorgen hat und keine Versichertenrente erhält.

Der Betrag der Rente erhöht sich außerdem um 10 %, wenn der Rentenempfänger in seinem Leben mindestens 3 Kinder aufgezogen hat.

Hat ein Rentenempfänger einen Antrag auf Ruhestandsrente gestellt und das Alter des Anrechts auf den vollen Satz erreicht, kann er einen Aufschlag von 11,1% des Betrags seiner Hinterbliebenenrente erhalten, wenn der Gesamtbetrag seiner Renten den Betrag von 862,64 € pro Monat nicht übersteigt.

* Es besteht kein Anspruch auf eine Hinterbliebenenrente für den Hinterbliebenen einer eingetragenen bzw. nicht eingetragenen Lebensgemeinschaft

b) Witwen- bzw. Witwerbeihilfe

Die Witwen- bzw. Witwerbeihilfe wird dem überlebendem Ehepartner eines verstorbenen Versicherten, der das 55. Lebensjahr noch nicht erreicht hat für zwei Jahre gewährt und dessen Einkommen 312,43 € pro Trimester nicht übersteigt, wenn der verstorbene versicherte Ehepartner im Vorjahr seines Todes für mindestens 3 Monate (aufeinanderfolgend oder auch nicht) Beiträge geleistet hat.

Die Beihilfe beträgt 616,65 € monatlich.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite der Altersversicherung.

c) Waisen

Die Grundrente des allgemeinen Systems sieht keine Waisenrente vor. Im Rahmen der Zusatzrentenversicherung oder einer Altersrente aus einem Sondersystem kann jedoch ein Anspruch auf diese Leistungsart bestehen.

B - Zusatzrenten-Pflichtversicherungen

Alle Arbeitnehmer, die in den Altersversicherungen des Allgemeinen Sozialversicherungssystems, der Sozialversicherung auf Gegenseitigkeit der Landwirtschaft oder der Knappschaftsversicherung versicherungspflichtig sind, müssen auch zusatzrentenversichert sein.

Für die Arbeitnehmer des privaten Sektors wird die Zusatzrentenversicherung von zwei Zusatzrentenversicherungsverbänden verwaltet:

Das Zusatzrentensystem Agirc-Arrco wurde am 01.01.2019 ins Leben gerufen. Es ist aus der Fusion der beiden Zusatzrentensysteme Arrco (Verband der Zusatzrentenversicherungen der Arbeitnehmer) für alle Arbeitnehmer (leitende Angestellte und sonstige Arbeitnehmer), und Agirc (Hauptverband der Rentenanstalten für leitende Angestellte) nur für leitende Angestellte, entstanden.

Das Zusatzrentensystem basiert wie das Grundrentensystem auf einem Umlageverfahren: die von den Arbeitnehmern und Arbeitgebern eingezahlten Beiträge werden unmittelbar an Leistungsberechtigte als Renten ausgezahlt.

In diesem System werden Entgeltpunkte vergeben: die Beiträge werden jährlich in Entgeltpunkte umgerechnet und auf einem persönlichen Konto zurückgelegt. Zur Bestimmung seiner Rentenhöhe muss man die Anzahl der Entgeltpunkte mit dem jährlich bestimmten Wert multiplizieren.

1 - Beiträge

Die Zusatzrente wird aufgrund von Kriterien, die in die Bemessungsgrundlage der Sozialversicherungsbeiträge einfließen, berechnet. Ab dem 1. Januar 2019 wird im System der Agirc-Arrco eine zweistufige, nach dem Arbeitsentgelt ausgerichtete.

Beitragsbemessungsgrundlage eingeführt. Für beide Stufen wird jeweils ein Beitragssatz angewandt, der sich seinerseits aus Arbeitgeberanteilen (60%) und Arbeitnehmeranteilen (40%) zusammensetzt.

Bemessungsgrundlage Arbeitnehmer satz Arbeitgebersatz Effektiver Beitragssatz Anzuwendender Satz bei der Berechnung der Entgeltpunkte
Stufe 1 : zwischen 0 und 3 377 € (einfache Beitragsbemessungsgrenze) 3,15 % 4,72 % 7,87 % 6,2 %
Stufe 2 : zwischen 3 377 € und 27 016 € (acht-fache Beitragsbemessungsgrenze) 8,64 % 12,95 % 21,59 % 17 %

Der effektive Beitragssatz (taux appelé) entspricht dem Beitragssatz der Arbeitgeber (taux d‘appel), der mit dem Beitragssatz der Arbeitnehmer (taux contractuel), auch Berechnungssatz der Entgeltpunkte (taux de calcul des points) genannt, mit dem Faktor 127 (Stand 2019) multipliziert wird (bis Ende 2018: 125). Die aus den Beitragsleistungen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteile) entstandenen Entgeltpunkte werden anhand des unter Anwendung des Berechnungssatzes der Entgeltpunkte erhaltenen Beitragssatzes berechnet. Der durch den Arbeitgeberanteil entstandene Beitragsüberhang dient zur Deckung der laufenden Kosten des Rentensystems Agirc-Arrco.

Je nachdem ob der Arbeitnehmer leitender Angestellter ist oder nicht, kommen zwei bis drei weitere Abzüge zur Anwendung:

  • der Beitrag zum allgemeinen Ausgleich (contribution d’équilibre général - CEG) der zum finanziellen Ausgleich der Renteneintritte vor dem 67. Lebensjahr dient,
  • der Beitrag zum technischen Ausgleich der Zusatzversicherung (contribution d’équilibre technique - CET) wird auf Entgelte, die über der Bemessungsgrenze der Sozialversicherung liegen, angewandt,
  • Apec (Arbeitsverband zur Vermittlung leitender Angestellten).

Siehe auch: Tabelle der Beitragssätze und bemessungsgrenzen der Sozialversicherung

2 – Erwerb von Rentenpunkten

In diesem Zusatzrentensystem wird die Rentenhöhe mittels Rentenpunkte berechnet.

Zur Berechnung der Rentenpunkte werden nicht nur die durch Beiträge erhaltenen Punkte herangezogen, sondern auch Punkte ohne Beitragszahlung, die erworben wurden, und zwar für:

  • Versicherungszeiten, die vor der Anwendung des Rentensystems lagen;
  • Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, die durchgehend länger als 60 Tage dauerten und für welche Tagegeld aus der Kranken- oder Mutterschaftversicherung oder Unfallversicherung geleistet wurde;
  • Zeiten in denen eine Invalidenrente erhalten wurde;
  • Zeiten des Erhalts von Arbeitslosengeld.

Drei Kriterien sind bei der Berechnung der Rentenpunkte ausschlaggebend: die Beitragsbemessungsgrundlage, der Berechnungssatz der Entgeltpunkte und der Kaufpreis der Punkte (Referenzarbeitsentgelt).

Anzahl der Rentenpunkte = Beitragsbemessungsgrenze x Beitragssatz der Rentenpunkte / Kaufpreis der Punkte

3 – Rentenantrag

Alter

Anspruch auf eine Zusatzrente ohne Abschläge hat derjenige, der:

  • das gesetzliche Rentenalter, d.h. 62 Jahre, erreicht hat und über die nötige Anzahl an zurückgelegten Trimestern (Vierteljahre) verfügt, um eine Grundrente ohne Abschläge zu erhalten;
  • ein Mindestalter erreicht hat, das je nach Jahrgang zwischen 65 und 67 Jahre liegt, ohne dass es einer bestimmten Versicherungsdauer bedarf.

Es besteht die Möglichkeit die Zusatzrente ohne Abschläge vor dem 62. Lebensjahr in Anspruch zu nehmen, wenn die Grundrente aufgrund einer besonders langen Versicherungsdauer oder einer Minderung der Erwerbsfähigkeit anerkannt wurde.

Betrag

Mit dem zum 1. Januar 2019 neu gegründeten Zusatzrentensystem AGIRC-ARRCO wurden zeitlich begrenzte Ab- und Zuschläge der Rentenhöhe eingeführt. Diese haben zum Ziel den Versicherten zu veranlassen seinen Renteneintritt über den Zeitpunkt zu dem Anspruch auf eine Rente ohne Abschläge besteht, hinauszuschieben.

Diese Maßnahme findet ausschließlich auf die Jahrgänge ab 1957, die ab Januar 2019 Anspruch auf eine Zusatzrente aus der Versicherung AGIRC-ARRCO ohne Abschläge haben, Anwendung.

Drei Wahlmöglichkeiten mit bzw. ohne Abschläge werden angeboten:

  • der Rentenantrag aus der Zusatzrentenversicherung wird zum Zeitpunkt zu dem Anspruch auf eine Grundrente ohne Abschläge besteht beantragt, was zur Folge hat, dass ein drei Jahre währender Abschlag von 10 % auf die Zusatzrente angewandt wird; die Zusatzrente wird ab dem 67. Lebensjahr abschlagsfrei gezahlt.
  • der Rentenantrag aus der Zusatzrentenversicherung wird ein Jahr nachdem Anspruch auf eine Grundrente besteht beantragt. Die Rente wird ohne Abschläge d.h. in voller Höhe ausgezahlt.
  • der Rentenantrag aus der Zusatzrentenversicherung wird zwei Jahre oder noch später nachdem Anspruch auf eine Grundrente besteht beantragt. In diesem Fall wird ein einjähriger Aufschlag gewährt und zwar in Höhe von:
    • 10%, wenn der Renteneintritt der Zusatzrente zwei Jahre hinausgeschoben wurde,
    • 20%, wenn der Renteneintritt der Zusatzrente drei Jahre hinausgeschoben wurde,
    • 30%, wenn der Renteneintritt der Zusatzrente vier Jahre hinausgeschoben wurde.

Die Höhe der Bruttozusatzrente wird wie folgt berechnet:

  • Jährlicher Bruttobetrag = Gesamtzahlt der Entgeltpunkte x Punktwert
  • Bis 2018 war ein Punkt im System Agirc 0,4378 € und ein Punkt im System Arrco 1,2588 € wert.
  • Ab 2019 wird nur noch ein Punktwert Agirc-Arrco angewandt und zwar wurde der Punktwert Arrco mit 1,2558 € übernommen.

Bei dieser Zusatzrente wird der Rentenbetrag im Verhältnis zum während des gesamten Erwerbsleben erzielten Gehalts ermittelt und beschränkt sich somit – im Gegensatz zum Grundsystem - nicht ausschließlich auf die 25 besten Verdienstjahre.

4 - Kinderzuschlag

Zwei Familienaufschläge können anerkannt werden:

  • ein Zuschlag für ein noch zu versorgendes Kind
  • ein Aufschlag für leibliche oder aufgezogenen Kinder. Dieses beiden Aufschläge können nicht gleichzeitig anerkannt werden. Beide Elternteile können im Rahmen ihrer Zusatzrente einen dieser beiden Aufschläge erhalten.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Webseite: www.agirc-arrco.fr

5 - Hinterblienenrente

Überlebende

Ehepartner Der (die) Ehepartner(in) oder der (die) geschiedene, nicht wiederverheiratete Ehepartner(in) des bzw. der Verstorbenen bezieht eine Hinterbliebenenrente:

  • wenn er bzw. sie zum Zeitpunkt des Todes zwei unterhaltsberechtigte Kinder bzw. unter 25 Jahren hat oder invalid ist;
  • ab 55 Jahren, sollte der Tod des Erwerbstätigen oder Rentners ab dem 01. Januar 2019 eingetreten sein;
  • sollte der Tod vom dem 01. Januar 2019 eingetreten sein, werden die vor der Reform Agirc-Arrco geltenden Regeln angewandt;
  • ab 55 Jahren für eine Hinterbliebenenrente im System Arrco, sollte der Tod des Erwerbstätigen oder Rentners ab dem 01. Juli 1996 eingetreten sein;
  • ab frühestens 60 Jahren - für eine Hinterbliebenenrente im System AGIRC, sollte der Tod des Erwerbstätigen oder Rentners ab dem 01. März 1994 eingetreten sein. Es besteht die Möglichkeit diese Rente bereits ab 55 Jahren zu erhalten, wobei diese dann in verminderter Höhe geleistet wird, außer der Leistungsempfänger erhält ebenfalls eine Hinterbliebenenrente aus der Grundversicherung.

Im Gegensatz zur Grundversicherung, wird die Hinterbliebenenrente aus der Zusatzversicherung einkommensunabhängig ausgezahlt.

Die Zusatzrente beläuft sich auf 60 % der erworbenen Rechte des Verstorbenen.

Waisen

Im System Agirc-Arrco bezieht die Vollwaise eine Zusatzrente, wenn sie

  • jünger als 21 Jahre ist oder
  • jünger als 25 Jahre und Versorgungsberechtigter des letzten Elternteils ist;
  • 25 Jahre alt ist und in einem Alter von bis zu 21 Jahren als invalid anerkannt wurde.

Eine Waisenrente kann für jeden verstorbenen Elternteil anerkannt werden.

Sollte der Tod des letztüberlebenden Elternteils am 01. Januar 2019 oder später eingetreten sein, beträgt die Höhe der Waisenrente aus der Zusatzrentenversicherung Agirc-Arrco 50 % der durch einen oder beide Elternteile erworbenen Ansprüche.

Sollte der letztüberlebende Elternteil vor dem 01. Januar 2019 eingetreten sein, besteht Anspruch auf:

  • ein halbe Waisenrente (50 %) aus dem System Arrco,
  • eine Waisenrente die 30 % der Rentenansprüche aus dem System Agirc entspricht.