Das französische Sozialversicherungssystem III - Alter

2018

In Frankreich werden die Grundrenten im privaten Sektor durch Zusatzrenten-Pflichtversicherungen ARRCO (für alle Arbeitnehmer des privaten Sektors) und AGIRC (für leitende Angestellte des privaten Sektors) ergänzt, die wie die Grundrenten auf dem Grundsatz der Umlage beruhen.

A - Grundrente

Grundrenten werden von folgenden Stellen anerkannt:

  • von den (regionalen) Renten- und Arbeitsgesundheitskassen (caisses régionales d'assurance retraite et de santé au travail – CARSAT)
  • von der für den Großraum Paris zuständigen Alterskasse Ile de France (caisse nationale d'assurance vieillesse d'Île-de-France)
  • von den allgemeinen Sozialversicherungskassen (der Überseedepartements)
  • von der Sozialversicherungskasse in Mayotte.

1 - Anrechte des Versicherten

a) Rentenalter

In Frankreich kann jeder Versicherte, sobald er das gesetzliche Renteneintrittsalter erreicht hat, in Rente gehen. Die Rentenreform von 2010 hat das Renteneintrittsalter stufenweise angehoben.

  • Gesetzliches Renteneintrittsalter: 62 Jahre *.

Der Versicherte ist nicht verpflichtet genau zum Zeitpunkt des gesetzlichen Renteneintrittsalters einen Rentenantrag zu stellen. Wenn er nach dem Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters und der für eine Vollrente nötigen Versicherungsdauer, weiterhin eine Erwerbstätigkeit ausübt, hat er die Möglichkeit eine Rente mit Aufschlägen zu erhalten.

  • Rentenalter für eine abschlagsfreie Rente: 67 Jahre* (gesetzliches Rentenalter + 5 Jahre)

* für alle Jahrgänge ab 1955.

Behinderte, langjährig Versicherte und Versicherte, die eine beschwerliche Tätigkeit ausüben, haben die Möglichkeit frühzeitig in Rente zu gehen.

b) Berechnung der Rente (ausschließlich im allgemeinen Rentensystem)

Der Betrag der Rente hängt von drei Faktoren ab:

  • Durchschnittsjahresentgelt: Es berechnet sich aus den (dynamisierten) Arbeitsentgelten, von denen Beiträge geleistet wurden. Dafür werden die 25 besten Jahre im beruflichen Lebenslauf herangezogen.
  • Rentensatz: Der Höchstsatz von 50 % wird durch einen Minderungskoeffizienten verringert, dessen Höhe von der Anzahl der Semester abhängt, die unter Berücksichtigung der Versicherungsdauer und des Alters zum Erhalt des vollen Satzes fehlen, wobei von letzeren beiden Kriterien das für den Versicherten günstigere gewählt wird. Der Satz beträgt mindestens 37,5 %.
  • Versicherungsdauer und die als gleichgestellt anerkannten Zeiten: Der Satz der Rente, der zwischen dem gesetzlichen Renteneintrittsalter und dem Alter der automatischen Erteilung einer abschlagsfreien Rente Anwendung findet (zwischen 62 und 67 Jahren für Versicherte der Jahrgänge ab dem 1. Januar 1955), ergibt sich aus der Dauer der Versicherungszeiten und anderer berücksichtigter Zeiträume. Der volle Satz von 50 % kann durch die Versicherungsdauer (zwischen 166 und 172 Quartalen je nach Geburtsjahrgang), das Alter (67 Jahre für die Versicherten der Jahrgänge ab 1955) oder die Zugehörigkeit zu bestimmten Kategorien (Arbeitsunfähige, Kriegsveteranen und Kriegsgefangene und Arbeiterinnen, die mehr als drei Kinder aufgezogen haben) erzielt werden.

Zur Berechnung des Rentensatzes werden die Zeiträume berücksichtigt, in denen Beiträge in die verschiedenen auf dem französischen Staatsgebiet anerkannten Versicherungsanstalten eingezahlt wurden (Artikel L. 351-1 des französischen Sozialversicherungsgesetzes), sowie als Ersatzzeiten anerkannte Zeiträume: Dabei handelt es sich um Zeiten der Arbeitsunterbrechung wegen Krankheit, Mutterschaft, Invalidität, Arbeitsunfall, Wehrdienst, Arbeitslosigkeit usw..

Im Ausland zurückgelegte Beschäftigungszeiten:

Ausländische Beschäftigungszeiten, die in Ländern zurückgelegt mit denen Frankreich Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, können unter gewissen Bedingungen bei der Bestimmung des Rentensatzes berücksichtigt werden.

Im Rahmen des französischen Rechts werden außerdem ausländische Beschäftigungszeiten, die vor dem 1. April 1983 liegen und für die Versicherungszeiten nachgekauft werden können oder könnten, bei der Berechnung des Rentensatzes ab dem gesetzlichen Ruhestandsalter als gleichwertige Versicherungszeiten berücksichtigt (Artikel R. 351-4 des fr. Sozialversicherungsgesetzes).

Unter der Versicherungsdauer versteht man die tatsächliche Dauer der Versicherung (einschließlich der als gleichwertig anerkannten Zeiträume) im jeweiligen Versicherungssystem. Im Laufe verschiedener Reformen ist die für eine Vollrente nötige Versicherungsdauer, stufenweise erhöht worden, was zu folgendem Ergebnis führt:

  • 166 Quartale für Versicherte, der Jahrgänge 1955, 1956 und 1957.

Die nötige Versicherungsdauer wird für jeweils 3 aufeinanderfolgende Jahrgänge um ein weiteres Quartal erhöht bis zu einer Gesamtzahl von 172 Quartalen für die Jahrgänge ab 1973.

Für einen 1955 geborenen Versicherten erfolgt die Berechnung somit folgendermaßen:

  • Das durchschnittliche Jahreseinkommen (die besten 25 Beitragsjahre) X Satz (zwischen 37,5 und 50%) X Versicherungsdauer im allgemeinen System / 166 Quartale (Höchstversicherungsdauer je nach Jahrgang).

Vorgezogener Ruhestand

Es besteht die Möglichkeit, vor dem gesetzlichen Rentenalter ohne Abschläge in Rente zu gehen. Es handelt sich um folgende Renten:

  • Rente aufgrund einer besonders beschwerlichen Tätigkeit: es besteht die Möglichkeit die Rente bis zu zwei Jahre vor dem gesetzlichen Rentenalter in Anspruch zu nehmen, das heißt mit 60 anstatt mit 62 Jahren. So können dem Versicherten, welcher aufgrund von Risikofaktoren, denen er auf eine bestimmte Zeit ausgesetzt war, über Sonderpunkte verfügt, 8 Quartale Versicherungszeiten angerechnet werden.

Das Konto zur Prävention bei beschwerlichen Arbeitstätigkeiten (compte personnel de prévention de la pénibilité – C3P) wurde am 1. Januar 2015 eingeführt und durch die Verordnung Nr. 2017 1389 vom 22. September 2017 geändert. Das jetzige. Konto für beschwerliche Arbeitstätigkeiten (compte professionnel de prévention C2P) enthält nur noch 6 Risikofaktoren (vorher 10).

  • Eine Rente aufgrund einer langen Versicherungsdauer kann derjenige Versicherte ab dem 60. Lebensjahr erhalten, der eine Mindestversicherungsdauer sowie Mindestversicherungsbeiträge nachweisen kann und sehr früh ins Berufsleben eingetreten ist. Die nötige Versicherungsdauer hängt vom Geburtsjahr, vom Renteneintrittsalter und vom Alter beim Eintritt in das Berufsleben ab.
  • Eine Rente aufgrund einer Schwerbehinderung kann derjenige Versicherte zwischen dem 55. und 59. Lebensjahr in Anspruch nehmen, der eine dauerhafte Schwerbehinderung von mindestens 50 % nachweist oder dessen Schwerbehinderung vor dem 31. Dezember 2015 anerkannt wurde und der eine bestimmte Versicherungsdauer als Schwerbehinderter nachweisen kann (davon muss eine Mindestdauer mit Versicherungsbeiträgen aufgrund einer Erwerbstätigkeit belegt sein). Die Bestimmungen zur Versicherungsdauer richten sich nach dem Geburtsjahrgang und dem gewünschten Rentenbeginn.

Rente zu verringertem Satz

Bei Personen, die ihre Altersrente in Anspruch nehmen möchten, obgleich sie noch nicht die nötige Versicherungsdauer erreicht haben um eine abschlagsfreie Rente zu erhalten, verringert sich der Rentensatz. Der Verringerungsfaktor richtet sich nach der Anzahl der fehlenden Quartale und dem Geburtsjahrgang des Versicherten: 1,625 % für den Jahrgang 1950, 1,5 % für den Jahrgang 1951, 1,375 für den Jahrgang 1952 und 1,25 für diejenigen, die ab 1953 geboren sind, dies entspricht einer Verringerung von 0,625 % pro fehlendes Quartal.

Erhöhung der Grundrente

Die Versicherten, die je nach Jahrgang über die für eine abschlagsfreie Rente nötige Versicherungszeit verfügen und nach Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters (zwischen 60 und 62 Jahren je nach Jahrgang) noch erwerbstätig sind, erhalten eine Rente Mit Aufschlägen. Diese Regelung wird ab dem 1. Januar 2004 angewandt mit unterschiedlichen Sätzen je nach dem Zeitpunkt, zu dem die Versicherungszeit erreicht ist. Ab dem 1. Januar 2009 beträgt der Aufschlag 1,25 % pro zusätzlich gearbeitetes Quartal.

c) Erhöhung der Versicherungsdauer

Rentenerhöhung für Kindererziehung

Die Versicherungsdauer erhöht sich bei einem Elternteil um bis zu 8 Quartale pro Kind.

  • 4 aufgrund der Mutterschaft (90 Tage Mutterschaft werden als ein Quartal angerechnet).oder der Adoption,
  • 4 aufgrund der Erziehung des Kindes während der ersten vier Jahre nach der Geburt oder der Adoption.

Was die ab dem 1. Januar 2010 geborenen Kinder anbetrifft, kann die Anrechnung von zusätzlichen Quartalen bei Adoption oder Erziehung auf beide Elternteile verteilt werden. Diese werden nach deren freiem Einvernehmen bei dem einen oder anderen angerechnet, Es besteht auch die Möglichkeit innerhalb einer Frist von sechs Monaten nach dem 4. Geburtstag des Kindes oder der Adoption die Quartale zwischen beiden Elternteilen aufzuteilen.

Wurde ein schwer behindertes Kind mit Anrecht auf Behindertenerziehungsbeihilfe (allocation d'éducation de l'enfant handicapé – AEEH) großgezogen, können bis zu 8 Quartale angerechnet werden.

Aufschieben des Renteneintrittsdatums

Hat ein Versicherter zwar die in seinem Fall gesetzliche Regelaltersgrenze (zwischen 65 bis 67 Jahre) erreicht und somit Anspruch auf eine abschlagsfreie Rente, verfügt er aber nicht über die nötige Versicherungsdauer um eine Vollrente zu erhalten (aus allen Grundversicherungssystemen), kann er eine längere Versicherungszeit erlangen, indem er nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze den Rentenantrag verzögert, wobei es ihm freisteht weiterhin eine Erwerbstätigkeit auszuüben. Die Versicherungszeit wird dann pro Quartal um 2,5% verlängert.

d) Erhöhung des Rentenbetrags

Es gibt verschiedene Rentenaufschläge:

  • Kinderaufschlag Versicherte, die 3 Kinder vor deren 16. Geburtstag jeweils mindestens 9 Jahre lang aufgezogen haben, erhalten einen Aufschlag von 10 % auf ihre Rente. Diesen Aufschlag erhalten beide Elternteile mit Altersrente.
  • Der Aufschlag für unterhaltsbedürftige Ehepartner wird seit dem 1. Januar 2011 nicht mehr gewährt. Versicherte, denen er vor dem 31. 12. 2010 zukam, erhalten ihn weiter solange sie die Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Er beträgt jährlich 609,80 €.
  • Die Zulage für Dritthilfe steht Personen zu, deren Altersrente eine zuvor bestehende Invaliditätsrente ersetzt, sowie Personen, die eine Altersrente wegen Arbeitsunfähigkeit bzw. eine Altersrente, die nachträglich in eine Arbeitsunfähigkeitsaltersrente umgewandelt wurde, beziehen, und die die Voraussetzung für den Zuschlag, vor Zeitpunkt zu dem sie Anrecht auf abschlagsfreie Rente haben, erfüllen (d.h. je nach Jahrgang zwischen dem 65. und 67. Lebensjahr). Um diese Leistung in Anspruch nehmen zu können, muss die Hilfe einer dritten Person bei der Bewältigung der Aufgaben des täglichen Lebens als für nötig erachtet werden. Seit dem 1. April 2018, liegt der Betrag bei 1.118,57 € pro Monat.

e) Mindest- und Höchstsätze der Rente

  • Solidaritätsleistung für Alte Personen (ASPA): eine vom Einkommen abhängige anerkannte Differenzleistung, anhand welcher das Einkommen einer Einzelperson bis zu 833 € pro Monat aufgestockt werden kann.
  • Das Beitragsminimum erhalten Versicherte, die Beiträge von geringen Entgelten geleistet haben und die Voraussetzungen für eine abschlagsfreie Rente erfüllen. Die Höhe des Beitragsminimums ist auf 7.615,94 € pro Jahr oder 634,66 € pro Monat festgesetzt. Weitere Zuschläge aufgrund einer langen Versicherungsdauer oder anderer Faktoren können hinzukommen. Das Beitragsminimum kann jedoch nicht den Gesamtbetrag aller eigenen Renten (Grund- und Zusatzrenten) um einen bestimmten Betrag (1.160,04 €) übersteigen.

Die Höhe der Grundrenten darf 50 % der Sozialversicherungsobergrenze nicht übersteigen (1.655,50 € pro Monat im Jahr 2018).

f) Anspruch auf mehrere Renten aus eigener Versicherung: einheitliche Renteneinlösung aus angeglichenen Rentensystemen

Die einheitliche Renteneinlösung aus angeglichenen Rentensystemen (liquidation unique des régimes alignés - Lura) ist seit dem 1. Juli 2017 in Kraft. Sie findet keine Anwendung auf:

  • Versicherte, welche vor diesem Datum bereits einen Rentenbescheid dieser Art aus einer der angeglichenen Rentenversicherungen erhalten haben,
  • Betreiber eines landwirtschaftlichen Betriebs, Freiberufler, Versicherte aus den Sondersystemen die nicht angeglichen wurden,
  • Die Jahrgänge vor 1953.

Mit der Rentenreform vom 20. Januar 2014 wurde für Versicherte eine einheitliche Renteneinlösung geschaffen, die in mindestens 2 der folgenden Rentensystemen Beiträge eingezahlt haben:

  • das allgemeine Rentensystem (régime général des salariés - RG),
  • das landwirtschaftliche Rentensystem (régime des salariés agricoles - SA),
  • das Rentensystem der Selbständigen (régime des travailleurs indépendants artisans, commerçants, industriels).

Dadurch haben die Versicherten aus diesen Rentensystemen die Möglichkeit nur einen Rentenantrag zu stellen und somit anstatt mehreren Renten nur eine Rente zu beziehen.

Dazu stellt der Versicherte den Rentenantrag in einer der Rentenversicherungskassen in denen er Beiträge geleistet hat. Im Zuge des Rentenverfahrens übermitteln sich die beteiligten Rentenversicherungskassen die zur Rentenfeststellung nötigen Informationen.

In der Regel ist derjenige Rentenversicherungsträger für die Rentenfeststellung und -auszahlung zuständig bei dem zuletzt Beiträge eingezahlt wurden. Für bestimmte Fälle wurde eine Ausnahmeregelung geschaffen: so zum Beispiel wenn der Versicherte zuletzt bei 2 gleichgestellten Rentensystemen gleichzeitig Beiträge eingezahlt hat, oder wenn er zuletzt einem Rentensystem zugehört hat, das nicht angeglichen wurde.

Die Rentenfeststellung wird von dem auf diese Weise als zuständig befundene Kasse durchgeführt, und zwar gemäß den gesetzlichen Bestimmungen aus dem eigenen Rentensystem.

Berechnungsformel:

  • Rente = durchschnittliches Jahreseinkommen X Satz X erfüllte Versicherungsdauer / berücksichtigte Höchstversicherungsdauer.
  • Durchschnittliches Jahreseinkommen: Summe des durchschnittlichen Entgelts und Einkommens der besten 25 Jahre aus allen angeglichenen Rentenversicherungssystemen. Diese Summe darf den Jahresbetrag der aktuellen Beitragsbemessungsgrenze aus der Sozialversicherung nicht übersteigen.
  • Satz : zwischen 37,5 und 50%. Richtet sich der Satz nach der Versicherungsdauer, so werden die Versicherungs- und Ersatzzeiten aus den angeglichenen Rentensystemen, aber auch diejenigen der anderen Systeme, denen der Versicherte angehört hat, berücksichtigt. Es können nicht mehr als 4 Quartal pro Kalenderjahr berücksichtigt werden.
  • erfüllte Versicherungsdauer: Anzahl der anerkannten Quartale aus den zuständigen, angeglichenen Rentenversicherungssystemen.

2 - Anrechte der Hinterbliebenen

Hinterbliebenenrenten und Witwer- bzw. Witwenbeihilfen werden von folgenden Stellen anerkannt:

  • den regionalen Renten- und Arbeitsgesundheitskassen (caisses régionales d'assurance retraite et de santé au travail – CARSAT)
  • die für den Großraum Paris zuständige Alterskasse Ile de France (caisse nationale d'assurance vieillesse d'Île-de-France)
  • von den allgemeinen Sozialversicherungskassen (der Überseedepartements)
  • der Sozialversicherungskasse in Mayotte.

a) Hinterbliebenenrente des überlebenden Ehepartners

Die Hinterbliebenenrente dient dem überlebenden Ehepartner oder dem/der geschiedenen überlebenden Ehepartner. Die Zuteilung erfolgt nicht automatisch, sie ist einkommens- und altersabhängig:

  • Anrecht auf Hinterbliebenenrente haben Ehepartner sowie geschiedene Ehepartner, die mindestens 55 Jahre alt sind. (Wenn der Tod vor dem 1. Januar 2009 eingetreten ist, besteht Anrecht auf Hinterbliebenenrente ab 51 Jahren.)
  • Das persönliche Einkommen sowie das des - im Falle einer Wiederheirat, eingetragenen bzw. nicht eingetragenen Lebensgemeinschaft - neuen Haushaltes darf einen bestimmten Betrag nicht überschreiten.

Der Betrag der Hinterbliebenenrente darf nicht mehr als 54 % der Rente betragen, die der Verstorbene bezog oder hätte beziehen können.

War der verstorbene Ehepartner mehrmals verheiratet, wird die Hinterbliebenenrente zwischen den überlebenden Ehepartnern, nach Ehejahren proratisiert, aufgeteilt.

Es kann ein Aufschlag von monatlich 96,30 € gewährt werden, wenn der überlebende Ehegatte für den Unterhalt mindestens eines Kindes unter 16 Jahren zu sorgen hat.

Der Betrag der Rente erhöht sich außerdem um 10 %, wenn der Rentenempfänger in seinem Leben mindestens 3 Kinder aufgezogen hat.

Hat ein Rentenempfänger einen Antrag auf Ruhestandsrente gestellt und das Alter des Anrechts auf den vollen Satz erreicht, kann er einen Aufschlag von 11,1% des Betrags seiner Hinterbliebenenrente erhalten, wenn der Gesamtbetrag seiner Renten den Betrag von 860,08 € pro Monat nicht übersteigt.

b) Witwen- bzw. Witwerbeihilfe

Die Witwen- bzw. Witwerbeihilfe wird dem überlebendem Ehepartner eines verstorbenen Versicherten, der das 55. Lebensjahr noch nicht erreicht hat für zwei Jahre gewährt und dessen Einkommen 759,43 € pro Monat nicht übersteigt, wenn der verstorbene versicherte Ehepartner im Vorjahr seines Todes für mindestens 3 Monate (aufeinanderfolgend oder auch nicht) Beiträge geleistet hat.

Die Beihilfe beträgt 607,54 € monatlich.

Weitere Information finden sich auf der Webseite der Altersversicherung.

c) Waisen

Die Grundrente des allgemeinen Systems sieht keine Waisenrente vor. Im Rahmen der Zusatzrentenversicherung oder einer Altersrente aus einem Sondersystem kann jedoch ein Anspruch auf diese Leistungsart bestehen.

B - Zusatzrenten-Pflichtversicherungen

Die Zusatzrenten der Arbeitnehmer werden von Zusatzrentenanstalten und deren Verbänden verwaltet.

Alle Arbeitnehmer, die in den Altersversicherungen des Allgemeinen Sozialversicherungssystems, der Sozialversicherung auf Gegenseitigkeit der Landwirtschaft oder der Knappschaftsversicherung versicherungspflichtig sind, müssen auch zusatzrentenversichert sein.

Für die Arbeitnehmer des privaten Sektors wird die Zusatzrentenversicherung von zwei Zusatzrentenversicherungsverbänden verwaltet:

  • ARRCO (Verband der Zusatzrentenversicherungen der Arbeitnehmer), die für alle Arbeitnehmer (leitende Angestellte und sonstige Arbeitnehmer) zuständig ist, und
  • AGIRC (Hauptverband der Rentenanstalten für leitende Angestellte), die nur für leitende Angestellte zuständig ist.

1 - Beiträge

Arbeitnehmer, die nicht leitende Angestellte sind, leisten Beiträge von Ihrem gesamten Entgelt bis zur dreifachen monatlichen Bemessungsgrenze der Sozialversicherung. Sie leisten diese Abgaben an den Verband ARRCO.

Die leitenden Angestellten zahlen Beiträge:

  • zur Zusatzversicherung ARRCO bis zur Höhe der Bemessungsgrenze der Sozialversicherung ebenfalls an den Verband ARRCO; und
  • für den Anteil des Entgeltes, der darüber hinausgeht und bis zum achtfachen der Bemessungsgrenze zahlen sie Abgaben an den Verband AGIRC.

In diesem Zusatzrentensystem wird die Rentenhöhe mittels Rentenpunkten berechnet.

2 – Erwerb von Rentenpunkten

Jährlich werden die aufgrund der Entgelt- und Einkommenshöhe geleisteten Beitragszahlungen in Rentenpunkte umgerechnet und zwar auf Grundlage des im jeweiligen Jahr geltenden Werts des einzelnen Rentenpunkts.

Der Beitragssatz entspricht dem Satz zu welchem Rentenpunkte erworben und dann mit 125% multipliziert werden. Die Differenz zwischen dem Satz zu welchem Rentenpunkte erworben werden und dem Beitragssatz dient zur Finanzierung des Rentensystems. (Siehe Beitragssätze und Beitragsbemessungsgrenzen.)

Darüber hinaus können Punkte auch ohne Beitragszahlung erworben werden, und zwar für:

  • Versicherungszeiten, die vor der Anwendung des Rentensystems lagen;
  • Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, die durchgehend länger als 60 Tage dauerten und für welche Tagesgeld aus der Kranken- oder Mutterschaftversicherung oder Unfallversicherung geleistet wurde;
  • Zeiten in denen eine Invalidenrente erhalten wurde;
  • Zeiten in denen Arbeitslosengeld erhalten wird.

3 – Rentenantrag

Die Zusatzrente wird im Verhältnis zum während des gesamten Erwerbslebens erzielten Gehalts und des Eintritt in den Ruhestand ermittelt.

Alter

Das normale Rentenalter ist in diesen beiden Systemen auf 65 bis 67 Jahre festgelegt in Abhängigkeit vom Geburtsjahrgang. Es ist jedoch möglich, vorzeitig in den Ruhestand zu treten (zwischen 55 und 57 Jahre in Abhängigkeit vom Geburtsjahrgang), wobei sich die Rente allerdings um einen gewissen Faktor verringert.

Wenn der Betroffene jedoch seine Grundrente zum vollen Satz erhält, kann er auch die Zusatzrente ohne Verringerungsfaktor beziehen.

Betrag

Bei diesen Zusatzversicherungen wird der Betrag der Zusatzrente im Verhältnis zum während des gesamten Erwerbsleben erzielten Gehalts ermittelt und beschränkt sich somit – im Gegensatz zum Grundsystem - nicht ausschließlich auf die 25 besten Verdienstjahre.

Die Höhe der Renten wird dadurch erreicht, indem zum Zeitpunkt der Antragsstellung die Zahl der erhalten Rentenpunkte mit dem Rentenwert multipliziert wird.

Der Punktwert beträgt am 1. November 2018

  • Ein Punkt im System ARRCO: 1,2588 €
  • Ein Punkt im System AGIRC: 0,4378 €.
Kinderzuschlag

Hat oder hatte der Betroffene Kinder, erhöht sich die Zusatzrente unter gewissen Voraussetzungen:

  • ARRCO und AGIRC: Erhöhung um 5 % für jedes noch zu versorgende Kind bis 18 Jahren bzw. bis 25 Jahren, wenn das Kind Student, Lehrling oder Arbeitsuchender ist.
  • Aufschlag für drei oder mehr aufgezogene Kinder: 10 % der Rente für den Anteil der nach 2011 durchlaufenen Berufslaufbahn. Der Anteil des Aufschlages der vor 2011 liegenden Berufslaufbahn hängt vom Versicherungsträger ab.

4 - Hinterbliebene

Es gibt in beiden Systemen Renten für Witwen, Witwer und Waisen.

Überlebende Ehepartner

Der Ehepartner bzw. Ehepartnerin oder geschiedene, nicht wiederverheiratete Ehepartner bzw. Ehepartnerin des bzw. der Verstorbenen bezieht eine Hinterbliebenenrente:

  • wenn er bzw. sie zum Zeitpunkt des Todes zwei unterhaltsberechtigte Kinder bzw. unter 25 Jahren hat oder invalid ist;
  • ab 55 Jahren im System ARRCO;
  • ab 60 Jahren - bzw. in verringerter Höhe ab 55 Jahren - im System AGIRC.

Die Zusatzrente beläuft sich auf 60 % der erworbenen Rechte des Verstorbenen.

Waisen

Im System ARRCO bezieht der Vollwaise eine Zusatzrente, wenn er zum Zeitpunkt des Verscheidens des letzten Elternteils

  • jünger als 21 Jahre ist oder
  • jünger als 25 Jahre und Versorgungsberechtigter des letzten Elternteils ist;
  • Über das Alter von 25 Jahren hinaus wird die Rente gezahlt, wenn das Kind in einem Alter von bis zu 21 Jahren als invalid anerkannt wurde.

Die Rentenhöhen:

  • 50 % der erworbenen Rentenansprüche des verstorbenen Elternteils im System ARRCO;
  • 30 % der erworbenen Rentenansprüche im System AGIRC.

Weitere Informationen finden sich auf der Webseite: : https://www.agirc-arrco.fr/